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Neuss, den 15.09.2010

Einladung

an alle privaten und öffentlichen Institutionen (Vereine, Verbände, Körperschaften) und Einzelpersonen (-initiativen), die sich für menschenwürdige Pflegebedingungen einsetzen und entsprechende Reformen für erforderlich halten!

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie haben möglicherweise davon erfahren, dass ich mich u.a. seit einigen Monaten lebhaft in die Aufarbeitung der Pflegemängel in Caritas-Pflegeeinrichtungen (und anderen) in Mönchengladbach eingemischt habe. Dabei konnte u.a. durchgesetzt werden, dass nicht, wie meist üblich, sich die Pflegekräfte allein auf der „Anklagebank“ wiederfinden, sondern auch diesmal Führungskräfte des Verbandes entlassen worden sind. Im Gefolge dieser Geschehnisse sind weitere Mängelberichte und ergänzende Aktivitäten von Heimaufsicht, MDK und Staatsanwaltschaft in Gang gekommen. Forderungen nach mehr Heimprüfungen und Einrichtung von Schwerpunktstaatsanwaltschaften folgten.

Anhand der jetzt in der Diskussion befindlichen Pflegemängel ist mir nochmals deutlich vor Augen geführt worden, dass die beklagten Pflegesituationen fast ausschließlich mit den unzulänglichen Pflegerahmenbedingungen zu tun haben. Unzureichende Personalausstattungen in den Pflegeeinrichtungen (und Krankenhäusern) führen zwangsläufig zu Leistungseinschränkungen, die dann in unterschiedlicher Ausprägung zu Zurücknahmen bei der Zuwendung und auch zu nicht immer ausreichend sorgfältigen Verrichtungen führen. Und diese Situation ist nicht auf eine Stadt, eine Region, beschränkt, sie ist, weil systemisch bedingt, wohl bundesweit gegeben. Dabei können sich natürlich Unterschiedlichkeiten in der Ausprägung ergeben. Dort, wo z.B. die Führungskräfte ausreichend qualifiziert und hoch motiviert arbeiten, vielleicht auch eine große Zahl ehrenamtliche HelferInnen mobilisieren können, mag es besser funktionieren. Aber alles in allem können wirklich gute oder gar sehr gute Pflegesituationen eigentlich nirgendwo garantiert werden. Deshalb sind auch entsprechende Pflegenoten wenig hilfreich, sondern eher zur Irritation geeignet.

In einer Pflegeeinrichtung in Mönchengladbach war noch im Juni 2010 (trotz seit längerer Zeit vorliegender Beschwerden) vom MDK die Gesamtnote 1,4 vergeben worden, die Angehörigenbenotung lag sogar bei 1,2. Gleichzeitig gab es massive Kontrollen durch Heimaufsicht, Polizei und Staatsanwaltschaft (die weiter andauern). Dies zeigt ebenfalls auf, dass auch der Pflege-TÜV in seiner jetzigen Ausprägung nicht wirklich hilfreich ist. Auf Befragen erklärte mir ein Vertreter des MDK Nordrhein, die Überprüfung mit Vergabe einer Note sei ohnehin immer nur eine Leistungsbilanz für die Stunden oder Tage der Prüfung. Mehr könne man daraus eigentlich kaum ableiten.

Da „Mönchengladbach überall ist“ (oder sein kann) sehe ich die dringende Notwendigkeit, auf die politisch Verantwortlichen einzuwirken, unser Pflegesystem grundlegend zu reformieren, vor allem an einigen entscheidenden Eckpunkten Veränderungen per Gesetz vorzugeben, z.B. Stärkung des Grundsatzes „ambulant vor stationär“ (finanzielle Dotierung anheben), Aufstockung der Stellenschlüssel zur Überwindung des Pflegenotstandes (Schaffung eines Personalbemessungssystems). Dass der Pflegebedürftigkeitsbegriff umfassend korrigiert werden muss, ist mittlerweile weitgehend anerkannt, kaum noch umstritten. Umstritten wird aber sicherlich sein müssen, wenn Politiker behaupten, die Umsetzung müsse kostenneutral erfolgen.

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk wird sich für die dringend notwendigen Reformmaßnahmen mit aller Macht einsetzen und darüber in einem größeren Pflegetreff am 16.11.2010 diskutieren, um dann anschließend noch einmal entsprechende Forderungen an die politisch Verantwortlichen zu formulieren. Es gibt zu den Reformnotwendigen bereits von ein Statement, das hier abrufbar ist

Ich möchte nun hiermit all diejenigen, die (seit Jahren) in der Bundesrepublik Deutschland pflegekritisch und mit guten Vorsätzen versuchen, für unsere hilfe- und pflegebedürftigen Menschen bessere Pflegebedingungen mit gestalten zu helfen, aufrufen, ein

»Aktionsbündnis –menschenwürdige Pflege jetzt«

mit anschieben zu helfen. Damit könnte zunächst ohne größere organisatorische Vorbereitungen und Vereinsgründung eine Agitationsbasis geschaffen werden nach dem Motto:

Einigkeit macht stark!

Um nun mit diesbezüglichen Vorstellungen schnell voran zu kommen, lade ich einfach alle interessierten Einzelpersonen, Initiativen und Vereine zu einer Auftaktveranstaltung für den 16.11.2010, 14.00 Uhr, nach Neuss-Erfttal ein. Es könnten bei diesem Zusammentreffen erste Gespräche geführt und eine gemeinsame Absichtserklärung formuliert werden. Für all diejenigen, die das zeitlich einrichten können, wäre die Möglichkeit gegeben, am 16.11.2010 mit Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk im nachfolgenden für 18.00 – 20.00 Uhr geplanten Pflegetreff mit unseren Gästen zu diskutieren und erste Eindrücke vermitteln zu helfen – Näheres insoweit hier.

Ich möchte zunächst meine oben formulierten Vorschläge auf den Weg bringen und würde mich über zustimmende Rückmeldungen freuen. Sofern sich die Gründung eines Aktionsbündnisses, wie vorgeschlagen, als möglich erweisen sollte, würde ich etwa Mitte bis Ende Oktober 2010 in aller Form zu der Veranstaltung einladen.

Interessierte Personen; Institutionen und Vereine sollten sich so schnell wie möglich mit einer Rückmeldung äußern. Dabei bitte ich vorzusehen, dass irgendwelche Kosten, z.B. für Anreise, Unterbringung, von hier nicht übernommen werden können.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Schell
Dozent für Pflegerecht, Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk

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Die vorstehende Pressemitteilung ist zur Veröffentlichung frei
und steht hier als pdf-Datei zur Verfügung