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>> Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk <<
Pressemitteilung vom 22.08.2011
>> Pflegebedürftige Menschen erwarten eine gute Pflege <<
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Um gute Pflege zu gewährleisten, müssen die Pflege-Rahmbedingungen deutlich
verbessert werden
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„Die Alten- und Krankenpflegekräfte warnen vor einer weiteren Verschlechterung bei der Versorgung
Pflegebedürftiger.“ Die Pflegebranche plant daher nach einem Bericht der Rheinischen Post
vom 20.08.2011 bundesweite Protestaktionen. Nach der Ankündigung des Vorsitzenden des Deutschen
Pflegerates, Andreas Westerfellhaus, sind in allernächster Zeit bundesweite Protestaktionen
vorgesehen. Westerfellhaus kündigte für die Pflegebranche laut Rheinischer Post an: „Unser Ton
wird jetzt militant.“ – Ein überfälliger Aufstand!
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk begrüßt als Interessenvertretung für pflegebedürftige Menschen
die Erklärungen und angekündigten Proteste des Deutschen Pflegerates und bietet jedwede Unterstützung
an. Dies ist u.a. im Rahmen der bevorstehenden Neusser Pflegetreffs am 13.09.2011 mit
dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung und am 10.11.2011 mit der Gesundheits- und
Pflegeministerin von Nordrhein-Westfalen möglich.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk hat erst am 05.07.2011 in einer dem Deutschen Bundestag bzw.
den Abgeordneten bereits vorliegenden umfangreichen Stellungnahme u.a. ausgeführt, dass einer
der wesentlichen Reformansätze die Behebung des Pflegenotstandes in den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen
sein müsse. Ohne einen diesbezüglichen den personellen Bereich betreffenden
Reformschritt, tunlichst gestützt durch bundeseinheitliche Personalbemessungssysteme, kann eine
in die Zukunft weisende Pflegereform nicht gelingen.
Dann muss es folgerichtig zu Ausbildungs- und Einstellungsoffensiven kommen, damit für die steigende
Zahl hilfe- und pflegebedürftiger Menschen die überfällige persönliche Zuwendung organisiert
werden kann. In diesem Zusammenhang müssen auch die Vergütungen der Pflegekräfte eine
deutliche Anhebung erfahren und Verbesserungen der beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten geschaffen
werden. Aufrufe der Arbeitgeberseite, mehr Pflegekräfte aus dem osteuropäischen Raum anzuwerben,
neuerdings sogar aus China und Indien, sind aus vielerlei Gründen entbehrlich.
Dass eine Pflegereform an „Haupt und Gliedern“ mit mehr Pflegequalität finanzielle Konsequenzen
haben muss, ist allseits bekannt. Zur Aufbringung höherer Beiträge für eine wirklich menschenwürdige
Pflege sind die BürgerInnen in Mehrheit bereit.
Wenn die politisch Verantwortlichen aber nicht bereit sein sollten, gute Pflege mit höherem Finanzaufwand
gesetzgeberisch zu organisieren, müssen sie dies in aller Klarheit sagen. Dann wird es
nämlich bei den vielfach beklagten Mängeln in der Versorgung der hilfe- und pflegebedürftigen
Menschen verbleiben. Angesichts der demografischen Entwicklung wird es sogar noch schlimmer
kommen. Ob dies von der Bevölkerung dann hingenommen wird, ist mehr als fraglich. Vielleicht
gibt es dann über die Pflegebranche hinaus einen Aufstand aller BürgerInnen.
Werner Schell
Dozent für Pflegerecht, Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk
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Die vorstehende Pressemitteilung ist zur Veröffentlichung frei
und steht hier als pdf-Datei zur Verfügung
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