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>> Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk <<
Pressemitteilung vom 14.04.2010
Altenpflege stärken - „Aktionsplan Altenpflege 2010“ NRW ist ein gutes Signal.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk sieht aber weitere Maßnahmen zur Behebung des Pflegenotstandes
als erforderlich an!
Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) hat am 13.04.2010
den offiziellen Startschuss für den „Aktionsplan Altenpflege 2010“ gegeben. Im Rahmen dieses Aktionsplans werden bis zu 1.000 zusätzliche Ausbildungsplätze
in der dreijährigen Fachkraftausbildung für arbeitslose Menschen gefördert. Sie erhalten damit die Chance, sich zum staatlich geprüften Altenpfleger
ausbilden zu lassen und damit einen zukunftssicheren Job zu erhalten.
Allerdings macht Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk darauf aufmerksam, dass alleine mit der jetzt
angestoßenen Qualifizierungsoffensive der Pflegenotstand in den Pflegeeinrichtungen nicht behoben werden kann. Einmal ist die genannte Zahl der
zusätzlich einzurichtenden Ausbildungsplätze viel zu gering. Andererseits bedarf es aber grundlegender Verbesserungen bei den Pflege-Rahmenbedingungen
(v.a. im Sozialgesetzbuch – SGB - XI mit seinen zahlreichen Ausführungsvorschriften). Insoweit liegt die Regelungskompetenz vorrangig beim Bund.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk macht seit Jahren darauf aufmerksam, dass es in den Pflegeeinrichtungen (Heimen) und Krankenhäusern einen stetig wachsenden
Mangel an Pflege(fach)kräften gibt, der mittlerweile zu einem Pflegenotstand ausgewachsen ist. Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk geht davon aus, dass zur Zeit ein
Fehlbedarf an Pflegekräften von ca. 20% anzunehmen ist.
Um hinsichtlich der Planung der Stellen für Pflegekräfte von klaren Grundlagen ausgehen zu können, hält
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk die Einführung von Personalbemessungssystemen für unabdingbar. Die bisherige
Pflege-Stellenausstattung orientiert sich nicht an den pflegerischen Bedürfnissen, sondern vornehmlich an der Kassenlage. Die für die Heimpflege bestehenden sog.
Stellenschlüssel sind unzureichend. Daher ist die Feststellung gerechtfertigt, dass die Pflege-Stellenausstattung zum bloßen Kostenfaktor verkommen ist.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist daher der Meinung, dass eine
>> Pflegereform an „Haupt und Gliedern“ überfällig ist und veranstaltet daher am
27.04.2010 in Neuss-Erfttal einen pflegepolitisch ausgerichteten Pflegetreff, bei dem es mit hochkarätigen Referenten um die entscheidende Frage geht:
>> „Welche Pflege wollen wir (uns leisten)“. Der Pflegetreff soll eine zusätzliche Basis dafür sein, die Pflegenotstandssituation zu verdeutlichen und im
Interesse der pflegebedürftigen Menschen und Patienten die notwendigen Reformaktivitäten einzufordern – jetzt und überall!
Werner Schell
Dozent für Pflegerecht, Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk
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Die vorstehende Pressemitteilung ist zur Veröffentlichung frei
und steht hier als
pdf-Datei zur Verfügung
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