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»Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk«
Pressemitteilung vom 24.01.2009

Ausbildungsoffensive für die Pflegeberufe und Einrichtung von Pflege-Personalstellen überfällig
„Konjunkturpakete zur Bekämpfung der Finanzkrise“ zur Verbesserung der Pflegesysteme nutzen

Der vielfach öffentlich gemachte Pflegenotstand hat inzwischen zu riskanter Kranken- und Altenpflege und damit vielerorts zu Patientengefährdungen geführt. Nach einer bereits im Sommer 2007 vorgelegten Studie des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (an der Katholischen Fachhochschule in Köln) sind in der zurückliegenden Zeit mindestens 50.000 Pflege-Personal­stellen abgebaut worden. Eine Studie der Fachhochschule Hannover (FHH), vorgestellt am 19.11.2008, geht sogar von ca. 70.000 fehlenden Vollzeitkräften im Pflegedienst der Krankenhäuser aus. – Alarmierende Zahlen!

Der Stellenabbau erfolgte, obwohl anhand der gegebenen Pflegenotwendigkeiten (Steigerung der zu versorgenden Patienten um 23%, Einführung der Fallpauschalen-Abrechnung, verkürzte Verweildauer der Patienten mit erhöhtem individuellen Pflege- und Betreuungsbedarf usw.) eine deutliche Stellenaufstockung eher angezeigt gewesen wäre. Die aufgrund der Personalnot eingetretenen Arbeitsverdichtungen mit all ihren negativen Auswirkungen haben mittlerweile zu vielfältigen Protesten geführt, die das Bundesgesundheitsministerium im September 2008 veranlassten, die Schaffung von 21.000 Pflege-Personalstel­len für die Krankenhäuser zuzusagen. Nach Einwänden der Krankenkassen und weiteren Diskussionen wurde diese Zahl auf 14.000 Stellen verringert, so dass angenommen werden muss, dass der Pflegenotstand doch nicht entscheidend angegangen bzw. beseitigt wird.

Es ist daher angezeigt, erneut in aller Deutlichkeit auf die Pflegenot im Gesundheits- und Pflegesystem aufmerksam zu machen und die politisch Verantwortlichen aufzufordern, dringend alle gebotenen Maßnahmen zu ergreifen, um eine befriedigende Kranken- und Altenpflege auf Dauer sicherzustellen. Zu bedenken sind dabei die aufgrund des demografischen Faktors wachsenden Anforderungen an die stationäre medizinische und pflegerische Versorgung der Menschen.

Die zur Bekämpfung der Finanzkrise beschlossenen Konjunkturpakete sollten dazu genutzt werden, auch Initiativen zu fördern, die eine Ausbildungsoffensive für die Pflege und die Schaffung einer auskömmlichen Zahl weiterer Pflegepersonalstellen ermöglichen. Dies würde nicht nur den pflegerischen Anforderungen und den Patienteninteressen gerecht werden, sondern gleichzeitig als konjunkturförderndes Instrument helfen, die befürchtete Rezession mit all ihren negativen Auswirkungen mildern zu helfen.

Es kann nicht angehen, allein den konsumorientierten Unternehmungen in Deutschland unter die Arme zu greifen, z.B. in Form einer Abwrackprämie, sondern es müssen auch Maßnahmen ergriffen werden, die die notleidenden Dienstleister, wie Krankenhäuser und sonstige Pflegeeinrichtungen, wirkungsvoll aus der Pflegekrise heraus helfen.

„Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk“ begrüßt sehr, dass auch bereits von anderer Seite ähnliche Forderungen erhoben worden sind und unterstützt mit Nachdruck ein Konjunktur-Programm in der Pflege. Der 7. Neusser Pflegetreff am 17.02.2009 wird das Thema ebenfalls aufgreifen!

Das nachfolgende bereits früher abgegebene Statement gilt fort:

Der wichtigste Faktor in der Pflege sind die Pflegenden, denn Menschen können nur von Menschen gepflegt werden. Wir brauchen daher keinen Stellenabbau, sondern eine Beschäftigungsoffensive in allen Bereichen der Pflege!

Werner Schell

Der vorstehende Text ist zur Veröffentlichung freigegeben.
Er wird den zuständigen Parlamenten und Ministerien direkt übermittel