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»Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk« Erfttaler Pflegetreff weiterhin auf Erfolgskurs! „Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk“, vertreten durch Werner Schell, hatte zum 6. Pflege- und Patiententreff in
Neuss-Erfttal eingeladen. Über 70 Gäste waren der Einladung gefolgt. Schließlich informierte Schell auch in Grundzügen über die aktuelle Initiative einer Gruppe von Bundestagsabgeordneten für ein Gesetz zur Patientenverfügung. Er vertrat dabei die Auffassung, dass ihm (und auch anderen) die Vorschläge zu kompliziert erschienen und daher so nicht Gesetzeskraft erlangen könnten. Schell bot an, die entsprechenden Textvorschläge aus dem Bundestag auf Anfrage zur Verfügung zu stellen. >Der zweite Teil des Pflegetreffs wurde durch einen sehr informativen Vortrag von Norbert Stratmann, Leiter des Palliativteams des Caritasverbandes Rhein-Kreis Neuss e.V., eingeleitet. Stratmann befasste sich mit allgemeinen Fragestellungen der Palliativversorgung und erläuterte das Angebot der Caritas, die als erster Anbieter im Rhein-Kreis Neuss flächendeckend eine ambulante palliativpflegerische Versorgung gewährleistet. Bei dieser Pflege geht es darum, schwer kranken und hoch betagten Menschen mit sehr begrenzter Lebenserwartung Zuhause ein Sterben in Würde und ohne Schmerzen zu ermöglichen. Über 90% aller Menschen möchten Zuhause sterben. Doch nur für allenfalls 30% ist dieser Wunsch zu realisieren. Damit sich dies ändert, forciert der Caritasverband die ambulante Palliativpflege nach dem Motto: „Schaffen und Erhalten einer möglichst hohen Lebensqualität bis zuletzt“. Dem Vortrag von Stratmann folgte eine lebhafte Diskussion. Dabei konnte auch verdeutlicht werden, dass sich hinter dem kreisweiten Angebot zur Palliativpflege ein umfangreiches Netzwerk verschiedener Helferinitiativen steht mit dem Ziel, allen betroffenen Menschen wirkungsvoll zur Seite zu stehen. Es wurde aber deutlich, dass die Bundesrepublik Deutschland in der Palliativversorgung noch großen Nachholbedarf hat und daher „Druck“ geboten ist, baldmöglichst weitere Verbesserungen zu erzielen. Im Diskussionsteil der Veranstaltung wurde auch über verschiedene Mängel im Pflegesystem gesprochen. Dabei wurde von einer Teilnehmerin erläutert, dass ein Pflegekritiker aus München (Claus Fussek) die Pflegekräfte zu 40% als ungeeignet bezeichnet habe. Das könne so nicht akzeptiert werden. Schell nahm diesen Diskussionsbeitrag auf und erklärte, dass er genau wegen dieser unerträglichen Erklärung bereits in aller Deutlichkeit Position bezogen habe: Es sei, so Schell, schlichtweg unmöglich, die Pflegekräfte in dieser Form zu attackieren und damit für Fehler im Pflegesystem (siehe u.a. die Debatte über den Pflegenotstand) verantwortlich zu machen. Pflegekräfte seien in aller Regel hoch engagiert tätig und verdienten Anerkennung, nicht aber einen pauschalierten Tadel. Dieser Einschätzung widersprach niemand. Werner Schell konnte den Pflegetreff mit der Gewissheit schließen, eine sehr gelungene Info-Veranstaltung angeboten zu haben. Zahlreiche Gäste sparten folglich nicht mit Lob und Anerkennung und signalisierten Bereitschaft mitzuwirken, wenn es darum gehen soll, die Versorgung der hilfe- und pflegebedürftigen Menschen verbessern zu helfen. In diesem Zusammenhang konnte Schell bereits den nächsten Pflegetreff im „Kontakt Erfttal“ für den 17.02.2009 ankündigen. Dabei wird es um (weitere) notwendige Veränderungen im Gesundheits- und Pflegesystem gehen müssen nach dem Motto „Nach der Reform ist vor der Reform“. Willi Zylajew, MdB und pflegepolitischer Sprecher der Union im Deutschen Bundestag, hat bereits seine Teilnahme für den 17.02.2009 zugesagt. Schell rief die Gäste beim Pflegetreff dazu auf, die Veranstaltung vorzumerken und zu unterstützen. Anregungen für die konkrete Themengestaltung sind herzlich willkommen. Abdruck frei und erwünscht! |