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>> Palliativversorgung und Hospizarbeit im Rhein-Kreis Neuss gut aufgestellt <<
Der Erfttaler Pflegetreff am 28.10.2009 informierte zur Patientenautonomie am Lebensende
Pro
Pflege – Selbsthilfenetzwerk hatte eingeladen und über 100 interessierte BürgerInnen und Pflegefachkräfte
waren zum 9. Pflegetreff in Neuss-Erfttal gekommen. Diesmal ging es um das immer
wichtiger werdende Thema Palliativversorgung und die Hospizarbeit. Werner
Schell, Vorstand von Pro
Pflege – Selbsthilfenetzwerk, hatte hochkarätige Referenten für die
Veranstaltung gewinnen können. Sie standen ehrenamtlich für den Pflegetreff
zur Verfügung.
Für die Veranstaltung
waren folgende Erwägungen bedeutsam:
Medizin und Pflege können in bestimmten Krankheitssituationen nicht mehr heilen,
sondern nur noch schmerzlindernd und zuwendungsorientiert helfen und begleiten.
Aktive Sterbehilfe und assistierte Selbsttötung können in solchen
Lebenssituationen keine am Lebensschutzgedanken des Grundgesetzes ausgerichtete
Lösung sein. Insoweit sind vor allem diejenigen Institutionen / Personen
gefordert, die Hilfen (Dienstleistungen) der palliativen und hospizlichen
Versorgung anbieten, ambulant und stationär.
Heinz Sahnen, Landtagsabgeordneter und
Schirmherr der Veranstaltung, ging in einem Grußwort auf die Wichtigkeit von
Palliativversorgung und Hospizarbeit ein und machte darauf aufmerksam, dass eine
angemessene Sterbebegleitung und verfügbare palliativmedizinische Versorgung
die einzig mögliche Antwort einer humanen Gesellschaft auf die Herausforderungen
von Leiden und Tod seien. Festzustellen sei, dass auch das Sterben ein Teil des Lebens ist.
Dabei sei unabdingbar: „Die Menschenwürde und der Schutz des Lebens müssen die Grundlage allen
gesetzgeberischen Handelns sein.“
Frau Dr. Dagmar Starke, Referentin
für gesundheitspolitische Grundsatzfragen bei der Kassenärztlichen Vereinigung
Nordrhein in Düsseldorf, informierte in ihrem Statement u.a. über die
Palliativversorgung im Allgemeinen und vor allem über die Angebote im
Rhein-Kreis Neuss. Dabei konnte die Referentin eindrucksvoll verdeutlichen, dass
die Palliativversorgung im Bezirk der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein
auf einem guten Weg ist. Palliativpatienten können, so Frau Dr. Starke, die
gesetzlich und vertraglich geregelten Hilfen in verschiedenen gut organisierten
Netzwerken in Anspruch nehmen. Man sei im hiesigen Bereich gut aufgestellt.
Frau Birgit Lotz, Diplom-Sozialpädagogin,
Koordinatorin beim Ambulanten Hospizdienst Cor unum Neuss (Stiftung der Neusser
Augustinerinnen), gab daran anschließend einen anschaulichen Überblick
über die hospizlichen Aktivitäten und stellte heraus, welche Leistungsangebote
in Neuss zur Verfügung stehen. Auch dieser Beitrag brachte für die Neusser
Region das Ergebnis: Es ist bestmögliche Vorsorge getroffen. Angefragte
Hospizhilfen stehen zur Verfügung. Frau Lotz: Wer Hilfe benötigt, könne sich
gerne mit ihr in Verbindung setzen.
Stephan Baron von der Trenck,
Rechtsanwalt und Projektmanager der Deutschen Hospiz Stiftung (Sitz in Dortmund), informierte
dann – eher kritisch – über die bundesweite Bedarfssituation in der
Palliativversorgung bzw. Hospizarbeit und machte auf bundesweit bestehende Lücken
in der Versorgung der Palliativ- bzw. Hospizpatienten aufmerksam und mahnte
Nachbesserungsbedarf an.
Herbert Schaefer, Rechtsanwalt
in Köln und Dozent für Rechtskunde, Berater im Gesundheitswesen, beleuchtete
dann aus rechtlicher Sicht die Patientenautonomie am Lebensende und informierte
in seinem Statement zur Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und
Patientenverfügung und ging dabei sehr anschaulich auf die seit dem
1.9.2009 geltenden neuen Vorschriften zur Patientenverfügung ein. Dabei wurde
klar: Der Patientenwille ist das oberste Gebot!
Frau Brigitte Bührlen, Mitglied im Münchener
„Forum Pflege aktuell“, machte schließlich noch auf die Notwendigkeit
aufmerksam, die Angehörigenarbeit auch bei der palliativen und hospizlichen
Versorgung gebührend zu werten und zu würdigen. Es müsse nicht nur an die
professionellen Hilfen gedacht werden. Angehörige hätten in den vorzuhaltenden
Versorgungsstrukturen sicherlich auch einen nicht zu unterschätzenden
Stellenwert.
Nach diesen Statements
kamen die ZuhörerInnen reichlich zu Wort. Es wurden verschiedene Aspekte der
palliativen und hospizlichen Angebote und der Strukturen hinterfragt. Besonders
oft wurden Fragen zur Patientenverfügung gestellt. Dabei konnte immer wieder
herausgestellt werden, dass bei der palliativen Begleitung nicht nur eine
Patientenverfügung, sondern auch, oder sogar vorrangig, eine Vorsorge-Vollmacht
mehr als hilfreich sein kann.
Werner Schell fasste am Ende des
Treffabends die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und mahnte den Zusammenhalt der
Generationen an, auch in der Form, dass die notwendige Zuwendung durch Menschen
bei der Gesundheitsversorgung und Pflege stärker in den Vordergrund aller Überlegungen
gerückt werden müsste. Die vielerorts bestehende Pflege-Personalnot müsse überwunden
werden. Der nächste Pflegetreff, für Anfang 2010 geplant, werde genau diese
Fragen (wieder) aufgreifen mit der Fragestellung „Welche
Pflege wollen wir (uns leisten)“. Dabei, so Werner
Schell, werden auch die Reformnotwendigkeiten aufzuzeigen und gegenüber den
politisch Verantwortlichen einzufordern sein.
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vorher ...
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Veranstaltung
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Heinz Sahnen
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Dr. Dagmar Starke
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Birgit Lotz
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Publikum
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Ende der Veranstaltung
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Stephan Baron von der Trenck
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Herbert Schaefer
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Fotograf: Norbert Küllchen
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